(gegen)Familienstrukturen

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Familienstrukturen

Der folgende Text ist noch in Arbeit. Er ist nicht fertig und kann Wiederholungen aufweisen. Lass uns bitte Kritik dazu zukommen. Am besten persönlich, sonst an traumschuleätgmx.de

Die meisten jungen Menschen wachsen heute in Familienstrukturen auf. Sie leben die ersten oft 18 Jahre ihres Lebens zusammen mit ihren Eltern oder einem Elternteil oder Personen, welche die Elternrolle übernommen haben, (und evtl. Geschwistern) in einem Haushalt. Es ist ganz normal, dass Menschen in Familienstrukturen aufwachsen und meist irgendwann selbst welche reproduzieren. Aber warum ist das so und wird scheinbar nicht hinterfragt? In diesem Text soll es um Familienstrukturen gehen und welche Probleme mit ihnen verbunden sind. Daraus ergibt sich auch eine Auseinandersetzung mit Eltern- und Kinderrollen. Eine Familie zu gründen ist nach bürgerlichen Wertvorstellungen eines der erstrebenswerten Ziele und gehört zu einem normalen Leben dazu. Familie und romantische Zweierbeziehung sollen zum privaten (3) und individuellen Glück verhelfen. Die Grundfunktion ist dabei die selbe. Nur mit dem Unterschied, daß der romantischen Beziehungskiste häufig von den daran Teilnehmenden eine halbwegs freiwillige Absprache vorrausgeht und die Familie eine Zwangsehe darstellt.

Was heißt hier Familie???

Klar, nicht jede Familie ist gleich, aber es gibt Strukturen, die sich wahrscheinlich in den meisten Familien ähneln (auch die eigentlichen Gründe familiärer Unterdrückungsstrukturen sind sehr ähnlich, s.u.), auch wenn es nicht die klassische Mutter-Vater-Kind(er)-Familie ist. Auch in einer Patchworkfamilie, in Heimen, bei Adoptiveltern, Alleinerziehenden, Pflegeeltern sowie in Familien, in denen Eltern einen z.B. linken, anarchistischen, erziehungs- und/oder herrschaftskritischen Background haben und immer dort, wo Menschen unterschiedlichen Alters mit Menschen, die in Familienstrukturen aufgewachsen sind, zusammenleben, wird es ähnliche Strukturen geben, z.B.


klar verteilte Rollen

Die Eltern Die Elternrolle wird meist von den biologischen Eltern übernommen, aber auch Personen, die nicht die Bio-Eltern sind, z.B. Großeltern, ErzieherInnen, Adoptiveltern Freund/e/Innen, Mitbewohnis etc. können diese Rolle einnehmen. Der Einfachheit halber wird im folgenden nur von "den Eltern" gesprochen, gemeint sind aber jeweils die Personen, die diese Rolle annehmen. Die Rolle der Eltern, besonders der Mutter, besteht darin, die Kinder zu versorgen, auf sie aufzupassen und sie zu erziehen. Durch die Abhängigkeit von den Eltern, ihren Wünschen, Vorstellungen und Launen findet eine Unterwerfung der jüngeren Person statt. Die Eltern (oder ein Elternteil) vermitteln den Kindern - durch ihr Verhalten oder klar geäußert - dass sie die zuständigen Personen für die Befriedigung aller Bedürfnisse dieser sind. Durch diese Abhängigkeit von den Eltern ordnen sich die Kinder unter, da sie in ihrer Situation keine Auswahlmöglichkeit haben. Eltern können sowohl offensichtlich als auch unterschwellig Forderungen an die jüngeren Menschen stellen. So definieren die Eltern aber auch die Bedürfnisse "ihrer" Kinder. Nicht die jungen Personen selbst sind verantwortlich für das Erkennen und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, sondern die Eltern. Nicht sie selbst sind Verantwortlich für die Erfragung und Entgegennahme der Hilfe. Die jüngeren Menschen werden dadurch zu einer Zwangsbeziehung zu ihren Eltern genötigt. Es wird auch erwartet, dass Eltern, besonders Mütter, ohne Kommunikation "spüren", was "ihre" Kinder brauchen, was in ihnen vorgeht und was gut für sie ist (Siehe weiter unten den Abschnitt "nonverbale Kommunikation"). Das Bedürfnis mit den Eltern zusammenleben zu wollen ist kein angeborenes Verhalten, sondern eine zwar häufig stattfindende (gesellschaftlich vorgegebene) Entwicklung, die aber nicht stattfinden muss. Das beweisen auch Menschen, die nicht mit "ihren" Eltern zusammen leben wollen und Gesellschaften, in denen die Mutter-Kind-Beziehung nicht die Norm ist.(Matthias recherchiert dazu) Wenn ein Kind in einer Zwangsbeziehung mit den Eltern lebt, bemerkt es die realen oder gespielten Reaktionen dieser. Es steht immer irgendwie die Forderung im Raum sich so zu verhalten, dass es der/den Elternperson(en) damit gut geht. Wenn eine Person zugunsten einer anderen ihre Bedürfnisse zurücknimmt und Auseindersetzungen meidet, kann mensch leicht das Gefühl bekommen das die Beziehung harmonisch ist. Eltern äussern gewöhnlich , welches Verhalten sie von "ihren Kindern" wünschen. Dadurch, dass die Person sich in einer Kinderrolle befindet, werden die Vorstellungen darüber, was sie wirklich will, nicht ernst genommen. Die meisten Eltern haben Vorstellungen davon, wie "ihre" Kinder sein und werden sollen und denken, dass sie dafür verantwortlich sind. Das alles denken sie zum Wohle der Kinder zu tun. Die Erwartungen an das, was mit den jungen Menschen passieren soll, kann klar ausgesprochen oder unterschwellig formuliert werden. Wie klar dieses formuliert wird oder im Extremfall sogar verbal negiert wird, aber trotzdem stattfindet, hängt auch stark von dem sozialen Umfeld und politischen Hintergrund der ausführenden Eltern ab. Die meisten pädagogischen Maßnahmen die in der Familienstruktur abgehen, geschehen zum "Wohl der Kinder". Dieses "Wohl der Kinder" ist ein Konstrukt, dass zur Nichteigenständigkeit der jungen Menschen erfunden wurde und die Machtstrukturen gegenüber ihnen festigt. Andere definieren, was "gut für einen" ist und schließen mit dieser Entmündigung die tatsächlichen Empfindungen und Bedürfnisse der Betroffenen aus. Jede/R sollte selbst äußern können was gut für ihn/sie ist und was er/sie will (und dabei bemerkt und unterstützt werden) - alles andere wäre Bevormundung. Das würde dann natürlich bedeuten, dass die Eltern nix mehr zu bestimmen hätten und den totalen Machtverlust über ihre Zöglinge erhielten. Die Angst davor ist so groß, dass das Märchen vom Kindeswohl solange in den Köpfen rumgeistert wie es Eltern- und Kinderrollen gibt.


Die Mutter

Von weiblich definierten Menschen wird normalerweise erwartet, dass sie irgendwann in ihrem Leben Mütter werden. Die Rolle der Mutter erfüllt in dieser Gesellschaft klare Ziele. Sie erhält den "Erziehungsauftrag" in dem steht, daß der Zögling zum größtmöglichen Humankapital herangezogen werden soll. Besonders weiblich definierten Menschen wird von klein auf beigebracht, sich um andere Menschen zu kümmern. Schon beim Spielen mit Puppen werden junge Menschen auf die spätere Rolle als Mutter getrimmt und fühlen sich später unwohl, wenn sie nicht das Gefühl haben, von anderen gebraucht zu werden. Dies ist auch ein Grund warum sich Mütter oft so sehr für die Familie und "ihre" Kinder aufopfern. Die Rolle der Mutter (Haupt Manipulations-und Bezugsperson) muss nicht unbedingt die biologische Mutter einnehmen. Wenn es nicht die biologische Mutter ist, ist es meist eine andere weiblich sozialisierte Person und eher selten z.B. der Vater. Die Natürlichkeit von Muttergefühl, Bedürfnis nach Schutz, festen Heimatorten, Zärtlichkeit, Sicherheit etc. ist schwer zu beweisen, dies darf dann erst recht nicht als Vorwand genommen werden um junge Menschen in Abhängigkeit zu halten. Solche Bedürfnisse können Menschen im Laufe ihres Lebens entwickeln, sie als angeboren anzunehmen würde die realen Bedürfnisse der betroffenen Person übergehen. Es sind in unserem "Kulturkreis" gesellschaftlich vorgegebene Werte, über die Eltern und Kinder vermittelt bekommen, solche Bedürfnisse zu haben (1). Bei Nichterfüllung wird dann behauptet, daß die betroffene Person dadurch starke persönliche Probleme bekommen wird. Mithilfe dieser Argumente ketten Eltern die jungen Menschen an sich. Jede Person hat nur für sich selber das Recht zu definieren, welches ihre Bedürfnisse sind. Wo immer eine Natürlichkeit für ein ansozialisiertes Verhalten herkommen soll, genetisch lässt sich das wohl kaum begründen. Muttergefühle sind nicht einfach so da . Sie entstehen durch gesellschaftliche Vorgaben und den Wunsch nach Machtausübung, welches auch der "Wunsch nach Zuneigung" von der Mutter sein kann. Sie haben, unter anderem, die Funktion, die junge Person über die aufgebaute hierarchische Beziehung soweit hörig zu machen, dass der Erziehungsauftrag des Staates weitergegeben werden kann. Dass dieses (Muttergefühle ausleben) kein "natürliches" Verhalten ist beweist auch die Tatsache, das soziale Gefüge, die sich nicht im Einfluss dieser kapitalistischen Verwertungslogik befanden diese Rollenfunktion teilweise nicht entwickelt haben. Es ist nachvollziehbar, dass durch die Tatsache, daß der junge Mensch, anfangs als Fötus, wenn die Person 9 Monate in der Gebärmutter rumblubbert, dort Körperfunktionen und Stimme immer derselben Person wahrnimmt und Mutter mitkriegt, dass da wer in ihr wächst Empfindungen zueinander entwickelt werden. Nur müssen sie nicht zwingend entstehen. Durch eine "natürliche" Vorgabe einer Beziehung , die durch die Tatsache, dass sie nicht frei gewählt ist hierarchisch ist, wird das Recht auf Autonomie, das jede Person haben sollte, unterbunden. Für die Mutter besteht die Möglichkeit andere Missstände über die Ausrede der Muttergefühle zu kompensieren. Wenn, zum Beispiel, die Person in ihrem Umfeld nicht (mehr) die gewünschte Dosis Anerkennung und/oder Zuwendung erhält ist es so ein leichtes dieses Defizit auf die zu bemutternde umzuschichten, über die Ausrede der natürlichen Mutterliebe kann dann die Dosis Zuwendung abgesondert oder eingefordert werden. Auch der Wunsch nach "eigenen" Kindern kann darin begründet sein, genau also wie mensch sich einen Hund anschafft. Nicht unbedingt Machtgelüste sondern viel mehr Wunsch nach Zuwendung . Diese Gefühlsprojektionen können nonverbal und unterschwellig aber dennoch eindeutig funktionierend geschehen.

Vater, Oma, Onkel und sonstige sich Zuständigfühlende... Die Bevormundende Person ist nicht nur die Mutter. Es gibt ein , je nach Einzelfall verschieden großes, Gefüge von Verwandten, die sich gegenseitig in der Einflussnahme unterstützen. Diese Verwandschaft kann auch von den Einflussnehmenden frei gewählt sein und muss nicht die biologische Verwandschaft sein. Viele, der oben genannten Unterdrückungsformen "der Mutter" sind auf Einzelne übertragbar. Alle achten normalerweise darauf, dass der Erziehungsauftrag möglichst exakt ausgeführt wird. Durch dieses Kontrollnetz wird verhindert, dass einzelne , besonders aber die Mutter, sich nicht mehr normgerecht verhalten. Mit Belohnungen, Versprechungen, Erpressung oder subtileren Manipulationsmethoden wird versucht, das Kind zu erziehen. Selbst wenn die einzelnen bevormundenden Personen sich gegenseitig in ihrem Umgang mit den Kindern kritisieren (die Oma verwöhnt das Kind, der Vater ist zu streng...) so wird der grundsätzliche hierarchische Umgang von keiner Person in Frage gestellt, es geht da mehr um Machtverlust oder "falsche" "Erziehungsmethoden".

Die Kinder

Kinder müssen sich normalerweise jahrelang der Meinung, Erziehung und sonstiger pädagogischer Maßnahmen der Eltern unterwerfen. Der Begriff des Kindes steht in der allgemeinen Auffassung für einen unmündigen jungen Menschen, der erst noch zu dem geformt werden muss, was später mal den "vernünftigen" "eigenständigen" Erwachsenen ausmacht . Daraus ergibt sich, unter anderem, nicht viel Verantwortung übernehmen oder entscheiden zu dürfen. Dieser junge Mensch wird noch nicht als vollwertiger Mensch wahrgenommen, sondern es wird eine Menschengruppe erfunden, die minderwertig und dumm ist. Mit dem Alter nehmen die "Freiheiten" ein bisschen zu. Ältere Kinder dürfen meist etwas mehr als jüngere und auch ihr Status (gesellschaftlicher Stand) steigt. Es gibt Festlegungen, was Menschen eines bestimmten Alters können müssen und wie sie sich zu verhalten haben um als normal zu gelten. Wer sich anders oder langsamer entwickelt gilt als "zurückgeblieben" bzw. "unbegabt". Obwohl das Alter einer Person nur aussagt, wieviel Zeit seit der Geburt verstrichen ist, gibt es Festlegungen darüber, was Menschen je nach Alter können müssen und wie sie sich zu verhalten haben um als normal zu gelten. Es gibt keine Auskunft über die Erfahrungen, die die Person in der Zeit gemacht hat. Es sagt nichts über die Persönlichkeit, die Empfindungen und Bedürfnisse aus. Da Menschen nicht ihrer Persönlichkeit entsprechend, sondern nach gesellschaftlichen Vorgaben betrachtet werden, dienen diese Festlegungen der Normierung von Menschen. Bis sie als erwachsen gelten, werden Kinder meistens geduzt, müssen die meisten Erwachsenen aber siezen, was vermittelt, dass sie nicht auf der gleichen Stufe mit älteren Menschen stehen, sondern weiter unten. Das Verhalten vieler Erwachsener ist jungen Menschen gegenüber oft anders. Viele Leute verstellen dann ihre Stimme, haben eine andere Wortwahl (Pipi machen, Aua haben). Sie reden auch über andere Dinge und über manche nicht (Tod, negative Gefühle, Sexualität) und sie benehmen sich anders als sie es bei als erwachsen Empfundenen tun würden. Als "Kinder" definierte Menschen werden in "kindstypischem" Verhalten bestärkt und nehmen sich deshalb in einer Kinderrolle wahr, ihre Individualität tritt dadurch in den Hintergrund. Die Empfindungen, Bedürfnisse und Grenzen des sogenannten Kindes werden von anderen definiert, eigene Äußerungen werden oft nicht wahrgenommen, weil Eltern denken, dass sie besser einschätzen können, was gut für "ihr" Kind ist. Dadurch werden junge Menschen zu Objekten gemacht. Eltern, PädagogInnen und sonstige Menschen, die sagen, was Kinder ausmacht, machen sie zu ihren Zielen und Wünschen. Ein Großteil der Verhaltensweisen der Person, die so geformt wird, sind Ergebnis pädagogischer Manipulation. Dies ist jedoch nicht das, was die Person wirklich ausmacht. Eigenständige Verhaltensweisen, die die so manipulierte Person ohne dieser Einflußnahme entwickeln würde treten in den Hintergrund und es werden Handlungen verrichtet, die gar nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Jungen Menschen wird von vielen Seiten vermittelt, dass es normal ist, in Familienstrukturen zu leben, Eltern zu haben, die für einen sorgen und dass das auch gut so ist, es gibt ja auch (so gut wie) keine Gegenbeispiele eines funktionierenden sozialen Gefüges in denen junge Menschen nicht offen oder verdeckt unterdrückt werden. Es kommt oft vor, dass Menschen sich nicht darum kümmern, wenn ein junger Mensch z.B. weint oder schreit oder sie fragen sich, wo denn die zuständige(n) Eltern/Mutter sind/ist. Dieses Verhalten bestärkt Eltern in ihrer Rolle und gibt jungen Menschen das Gefühl, dass sie nur von ihren Eltern Unterstützung bekommen würden und sie daher auf sie angewiesen sind. Oft bringen Eltern "ihren" Kindern auch bei, sie mit Mama oder Papa anzusprechen. Damit wird unmissverständlich gezeigt, welche Rolle die so titulierte Person in dieser Zwangsbeziehung einnimmt. Die Reduzierung auf die Rolle, die die Person erfüllt, blendet die tatsächliche Person, die sich dahinter verbirgt, aus. Das bezieht sich auch auf die "Kinder" , die meist keine Fluchtmöglichkeit aus dieser Rollenzuweisung haben. Bei jeder Ansprache als Papa, Mama, Oma, Opa, Kind (bzw. wenn über den Sohn oder die Tochter gesprochen wird) ,werden auch ganz klar die damit verbundenen Machtverhältnisse zum Ausdruck gebracht und gefestigt. Da es nicht normal ist sich in fremde Beziehungen einzumischen tolerieren Leute meist auch im öffentlichen Raum (erzieherische) Übergriffe und sehen diese als "Privatsache". Wenn sich mensch trotzdem einmischt wird das ganz klar als Einmischung in die Privatsphäre (3) gesehen und als solche meist abgeblockt ("Das geht Sie nichts an, das ist meine/unsere Sache.") Sollte aber nimensch daran hindern, es trotzdem zu tun!

Verhaltensweisen

Erziehung Kommt nochn Textteil daneben aussm "Schluß mit Erziehen!" -Flugi Die Erziehung kann ganz offensichtlich stattfinden. Mensch arbeitet dann mit Belohnung und Strafe, um das Erziehungsopfer so zu manipulieren, dass es das gefordete Verhalten aufweist. Es kann aber auch weniger leicht durchschaubar stattfinden. Im familiären Rahmen findet auch bei einem "antiautoritären" oder "antipädagogischen" Anspruch eine Erziehung statt. Wenn Erziehung (z.B. bei Leuten mit antipädagogischen Anspruch) im Voraus negiert wird und im privaten Rahmen (3) stattfindet, ist das erstmal schwer zu durchschauen. Durch die Abhängigkeit von den Eltern, ihren Wünschen, Vorstellungen und Launen findet eine Unterwerfung der jüngeren Person statt. Sie verhält sich zum Beispiel so, wie es den Eltern genehm ist, um eine weitestgehende Unterstützung zu erhalten und wird so den Eltern hörig. Seit den Anfängen der Erziehung haben sich die pädagogischen Methoden vielfach gewandelt. Heutzutage sind subtilere und nicht so offensichtlich autoritäre Methoden beliebter. Ein bisschen rebellieren wird mittlerweile meist toleriert. Dies wird sogar in der Pädagogik als "Phase" ("Trotzphase", "Pubertät") beschrieben und auch mit welchen Tricks ("Erziehungsmitteln") dem begegnet werden kann.

Kinder als Projektionsfläche

Eltern versuchen oft das, was sie als Kinder an ihren Eltern doof fanden, bei "ihren" Kindern besser zu machen oder das, was sie als Kinder (erreichen) wollten, "ihren" Kindern zu "ermöglichen". Das sieht dann aber oft so aus, dass das Kind so leben soll und erzogen wird, wie die Eltern es für richtig halten. Sie übertragen dabei ihre Bedürfnisse und Wünsche einfach auf "ihre" Kinder. Z.b. wenn sich Eltern mehr Körperkontakt und Zuneigung zu ihren Eltern in ihrer Kindheit gewünscht haben, drängen sie "ihren" Kindern ohne sie gefragt zu haben, den Körperkontakt und die Zuneigung, die sie woll(t)en auf. Häufig wird ungefragter Körperkontakt damit begründet, dass das Kind nonverbal kommuniziert hat, ihn zu wünschen. Die auf "Kinder" übertragenen Bedürfnisse und Empfindungen sind Begründung für Grenzüberschreitungen.

Ausreden für die Eltern-Kind-Beziehung

Eine Ausrede für die Eltern-Kind-Beziehung ist das "natürliche" Bedürfnis nach Zärtlichkeit.(1) Durch diese Ausrede, die den Eltern gesellschaftlich zur Verfügung gestellt wird, haben die dem Kind als Eltern zugeordneten Menschen ständig das Zugriffsrecht auf die jüngeren Menschen. Dadurch bekommen junge Menschen das Gefühl, dass es normal ist, dass ihre Eltern Zugriff auf ihren Körper haben und es normal ist, Zugriff auf anderer Leute Körper zu haben. Gerne wird für die Bevormundung von Kindern auch eine konstruierte "Schutzbedürftigkeit" aufgeführt. der junge Mensch wird als eine Person dargestellt, die unfähig ist, sich eigenständig zu bewegen. Die bevormundenden Menschen wissen genau, wo welche Gefahren lauern und können über diese Behauptung ihre permanente Kontrolle und ihre Verhaltensvorgaben begründen. Das Konstrukt des unfertigen schutzbedürftigen Wesens Kind, muß in ihrer (seiner) Bewegung und dem Verhalten gelenkt und manipuliert werden. Dazu ist den Erziehenden erstmal jedes Mittel recht. Es wird Angst gemacht vor dem schwarzen Mann und der bösen Hexe im Wald oder ohne Begründung Verbote zum Schutz des/der Betroffenen ausgesprochen. Die Ängste, Empfindungen und Bedürfnisse der bevormundeten Person werden dabei normalerweise ausser Betracht gelassen. "Kind kann ja noch nicht erkennen, welche Gefahren auf es lauern."

Natürlichkeit (Siehe 1)

Mit "Natürlichkeit " zu argumentieren ist erstmal eine gute Methode. Wie soll gegen etwas argumentiert werden, daß nicht begründet werden braucht, weil es "einfach da " ist? Dieses Konstrukt legitimiert problemlos Übergriffe und räumt als Totschlagargument jegliche Kritik aus dem Weg. Den erzogenen Menschen wird vermittelt, daß die von ihnen alltäglich erlebten Grenzüberschreitungen und die Zurichtung auf bestimmte Personen "natürlich" sei. (Unter Zurichtung ist Erziehung gemeint, in der Menschen systematisch und zielgerichtet trainiert werden ihre Unterwerfung (z.B. den Eltern gegenüber ) zu verinnerlichen.) Dadurch empfinden sie es nicht direkt als Unterdrückung und leben unkritisch in einer fremdbestimmten Umgebung. Der Zustand wird akzeptiert weil er angeblich"natürlich" ist und es daher keine Alternative zu geben scheint. Oft versuchen die Eltern die Abhängigkeit möglichst lange zu erhalten um so ihre Rollen aufrechtzuerhalten. Ansonsten würden sie ihre gesellschaftliche Funktion verlieren. Die junge Person hat nicht die Möglichkeit herauszufinden ob und wenn ja welche Beziehung zu welcher Personen wie aufgebaut werden, sondern wird von den Eltern zwangsbeglückt. "Das Kind hat seine Mutter lieb " ist oberstes Gebot und selbiges in Frage zu stellen ist erstmal nicht vorgesehen. Dadurch das das Kind die Eltern angeblich "lieb hat" muß es ihnen zur Verfügung stehen wenn sie zum Beispiel Zärtlichkeiten, Gefälligkeiten oder einfach nur die Anwesenheit von ihm einfordern. In dieser Beziehungskiste werden über die damit verbundenen Abhängigkeiten die vorgeschriebenen Normen und Rollen vermittelt, die Kind so eingetrichtert werden sollen.

Nonverbale Kommunikation

Wenn Eltern meinen durch ihre Intuition mitzubekommen, was ihr Kind will, basiert das auf Vermutungen und häufig auch Projektionen und Wünschen der ahnenden Person und spiegelt somit oft nicht das von der betroffenen Person Gewollte wieder. Ohne darüber zu kommunizieren, können Bedürfnisse und Grenzen nicht real erkannt, sondern nur geraten werden. Handlungen, die aus der Vermutung heraus, dass Kind sie will, gemacht werden, sind oft nicht gewollt und somit Grenzüberschreitungen. Es mag sein, dass Leute, die längere Zeit miteinander zusammenleben die Reaktionen und Empfindungen voneinander besser kennen, als Personen, die sich gerade erst begegnet sind, aber daraus zu schließen, dass "natürlicherweise" Eltern wissen was "ihre" Kinder wollen, ist nicht belegbar. Gerade die verbale Kommunikation ist ein wichtiges Element im Zusammenleben. Dabei ist es wichtig, daß klare und unmißverständliche Formulierungen gewählt werden und nicht irgendwelche Anspielungen, da sonst die verbale Kommunikation wieder auf der Ebene der nonverbalen Kommunikation landet. Sicher ist das alles in den ersten Lebensjahren nicht oder nur ansatzweise möglich, da die sprachlichen Fähigkeiten noch nicht ausreichend erlernt wurden. Dennoch ist es auch bei dieser (der) non-verbalen Kommunikation möglich und wichtig zu erkennen, wo eigene Bedürfnisse auf Äußerungen des Gegenüber projiziert werden und diese klar zu kriegen sowie zu hinterfragen. Sobald Menschen in der Lage sind sich verbal auszudrücken, sollten sie darin unterstützt werden, Bedürfnisse zu kommunizieren, indem generell eine Atmosphäre erzeugt wird, in der sie angstfrei Wünsche äußern können und bemerken, dass sie ernst genommen werden und in dem nachgefragt wird, anstatt in unklaren Formulierungen und Handlungen rumzuinterpretieren. Sobald es die Normalität ist, dass in dem eigenen Umfeld über Bedürfnisse geredet wird, sinkt die Hemmung dies selbst zu tun.


Machtstrukturen

Durch die Fixierung auf die Eltern ergibt sich ein Abhängigkeitsverhältnis. Die Abhängigkeiten beginnen von Anfang an und können nur sehr langsam abgebaut werden. In den ersten Lebensjahren sind ein (meist die Mutter) oder beide Elternteile oft die einzigen dauerhaften Bezugspersonen von jungen Menschen. Wenn die jungen Menschen bei der Erfüllung ihrer (vermeintlichen) Bedürfnisse von Eltern unterstützt werden, wird die Art und Weise meistens von der unterstützenden Person definiert. "Das Kind weiß ja noch nicht, wie das gut ist". Die junge Person wird zum Spielball derer, die ihr Verhalten und die Bedürfnisse formen und definieren. Für die junge Person wird es so immer schwieriger Bedürfnisse zu erkennen und zu kommunizieren. Die eigene Meinung wird irgendwann nur noch durch einen Schleier von Verhaltensgeboten und Gefühlsmanipulationen wahrgenommen. Das Kind lebt jahrelang entmündigt mit ihren Eltern zusammen. Das kommunizieren von Bedürfnissen gegenüber mächtigeren Personen wird häufig zugunsten derer beschönigt. Die Kinder antworten bei Anfragen häufig mit dem, was die Eltern hören wollen. Ob diese Antwort dann zur Zufriedenheit der Eltern war, erkennen sie an deren Reaktionen. Eine horizontale Begegnung (2) ist unter diesen Vorraussetzungen nicht möglich. Selbst, wenn sich die mächtigere Person in ihren Forderungen und in der Formulierung ihrer Bedürfnisse zurrücknimmt ist nicht klar, wann eben diese gewünschte horizontale Begegnung stattfinden würde. Eine tatsächlich gleichgestellte Kommunikation ist in jungen Jahren selbst dann kompliziert, oder sogar unmöglich, wenn versucht wird Kinderrollen abzubauen, da bei der Mobilität, der Ernährung und bei der Erfüllug vieler Bedürfnisse immer noch Abhängigkeiten vorhanden sind. Dadurch, dass ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, ist auch der Umgang miteinander anders als in einer frei gewählten Beziehung (s.u.). Sie lässt sich nicht mit einer frei gewählten Beziehung vergleichen. Wenn mensch von einer Person abhängig ist, wird versucht, sich so zu verhalten, dass die Beziehung weiter bestehen bleibt und es werden Sachen gemacht, die unter anderen Bedingungen nicht gemacht würden, z.B. sich an Regeln der Eltern halten, rosa Kleidchen anziehen, "Ich hab dich lieb" sagen, Körperkontakt erdulden, aufessen etc. Das Kind scheint sich eher im Besitz der Eltern zu befinden und dort wie ein Hund gehalten zu werden: Hunde wie Kinder werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt (Leine ,Zwinger, Gitterbett, Abends zu Hause sein müssen etc.), Dressur/Erziehung (Es ist ein guter Hund, wenn der Hund hört, Belohnung und Bestrafung über essen).(In Textfeld mit Tabelle an den Rand) Oft wünschen sich Eltern, dass "ihre" Kinder von ihnen nicht erreichte Ziele anstreben und ihre Ideen und Träume an ihrer Stelle umsetzen. Durch diese Besitzlogik wird offenbart, was Kinder für die machthabenden ErzieherInnen sind. Ein eigentumsähnliches Erziehungsobjekt dessen eigene Meinung eigentlich uninteressant ist. Wer etwas besitzt hat auch das Sagen darüber, was mit dem Besitz zu geschehen hat. Diese Privat(eigentums)logik (3)wird so auch in den familiären Rahmen übertragen. Junge Menschen werden in ihre Familien hineingeboren und dürfen sich bis zur Volljährigkeit nicht aussuchen, mit wem sie zusammenleben und wer sich um sie kümmert. Selbst wenn den jungen Menschen vorgegaukelt wird, dass sie sich aussuchen können, mit wem sie zusammenleben und wer sich um sie kümmert ist dieses häufig nur eine pädagogische Maßnahme. Solange sich mensch als Kind fühlt können einen die Personen die diese Person dazu machen keine "Freiheit" erteilen. (verständlicher formulieren.) Eigenständigkeit entsteht erst dann, wenn alle Abhängigkeiten , Rollen und pädagogischen Maßnahmen abgestellt sind. Meistens führen Eltern die Unterstützung, die junge Menschen besonders in den ersten Lebensjahren benötigen auf eine sehr betüddelnde Art und Weise aus. Diese alleinig Bedürfnisdefinierendeundbefriedigende Personen stellen ihre "eigenen" Ansprüche zugunsten des Erziehungsopfers erstmal zurück für die Aufrechterhaltung der Familienstruktur. "Mama und Papa machen das schon" weil "irgendwer muß das ja tun" wird gerne als Ausrede formuliert. So wird die Elternrrolle gefestigt. Dieses ist auch gesellschaftlich vorgegeben und beinhaltet unter anderen die Vorgabe, das "die Eltern" "ihren Zögling" zu erziehen haben. Sie sind die Machthabenden. Die Erziehungsfunktion der Eltern läßt sich nur mit dem ablegen der Elternrolle beenden da sie einen festen Bestandteil dieser Rolle darstellt. Meist ist es nur schwer möglich, dass Leute, die nicht zu einer bestimmten Familienstruktur gehören, mitbekommen, was in den Privaträumen dieser abläuft. Oft herrscht auch die Meinung vor, dass das nur die Familie was angeht und nach außen hin wird oft anders aufgetreten als untereinander. Das macht Interventionen äußerst schwer möglich und festigt die Machtstrukturen innerhalb der Familie weiter. Es fällt schwer so ohne mulmigen Gefühl zu intervenieren. Egal,wie die Familienstruktur aufgebaut ist, für nichtdazugehörende ist es eine Überwindung in diese private Beziehungskiste einzudringen. Dies ist auch ein Schutzmechanismus vor infragestellen des unterdrückenden Verhaltens. Das ist Sache der Eltern und geht erstmal keinen was an, wird so vermittelt. Grade aus den obengenannten Gründen ist es wichtig diesen, von den jüngeren Personen meist nicht freiwillig gewählten Privatraum zu durchbrechen. Die Eltern dürfen sich nicht in Sicherheit fühlen und unbeobachtet ihre Bevormundung durchziehen. Es ist wichtig, das die Eltern ständig mit Interventionen rechnen müssen. Das gibt dann auch den jüngeren Leuten das Gefühl, daß sie mit ihrer Situation nicht alleine darstehen. Noch schöner wäre es, wenn die gesamte Familienstruktur aufgelöst würde....(Siehe unten:"Wie können Familienstrukturen aufgelöst werden") Eltern haben so fast die totale Gewalt über "ihre" Kinder. Für viele Eltern ist das Privatleben in der Familie der einzige Ort, wo sie bestimmen können in einem sonst z.B. durch Lohnarbeit fremdbestimmtem Alltag.

Die Familie als "Keimzelle des Staates"

Die Kleinfamilie und ihre typischen Rollenverteilungen haben sich erst mit der Industrialisierung herausgebildet. (hier könnte noch viel mehr stehen, z.b. ein kurzer geschichtlicher Abriss und wie genau die Familie systemstärkend wirkt...)(Steffi liest da anfeblich grad was drüber) Wenn sie zur Versorgung der Familie arbeiten gehen und sie sich für die Bedürfnisse "ihrer" Kinder zuständig fühlen, bleibt den Eltern bis diese ausgezogen sind kaum Zeit für andere Sachen außerhalb von Familien- und Arbeitsleben. Auch die Gesetze schützen die Familie und halten sie weiter aufrecht. Sie verpflichten Eltern, die Rechte "ihrer" Kinder zu übernehmen und zuständig für sie zu sein. Nicht die jungen Menschen selbst, sondern deren Eltern bekommen das Kindergeld ausgezahlt, sie dürfen bestimmen, wo sich "ihre" Kinder aufhalten dürfen und wo nicht, das heißt, dass sie auch das Treffen von FreundInnen verbieten dürfen usw. Junge Menschen können sich nur schwer aus diesen Abhängigkeitsverhältnissen befreien und ohne Zustimmung der Eltern ist das auch nicht erlaubt und somit ein Leben in der Illegaltität. [Zitate der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in Textfeldern an den Rand] Der Staat schreibt genau vor, wie der Erziehungsauftrag aussieht. Das Jugendamt wacht darüber, dass Kinder von den Eltern zu treuen Staatsdienern erzogen werden. Die Schule, deren Besuch hierzulande bezeichnenderweise Pflicht ist und mit brutalen Mitteln durchgesetzt wird, setzt dann ebenfalls mit geschulten Menschenführern (griechisch=Pädagogen) diesen Auftrag um. Die Eltern haben darauf ihre Kinder in geeigneter Art und Weise vorzubereiten. So wird gewährleistet dass jede Person, die zu kapitalistischem Humankapital herangezüchtet wird von vielen Seiten gemäß ihrer normgerechten Entwicklung ständig kontrolliert wird. Die Angst vor Machtverlust scheint auch hier enorm zu sein, sonst würde ein derartiger Aufwand nicht betrieben werden. Die ganze Familie wird durch den Schulbesuch im Tagesablauf und dem Verhalten zueinander fremdbestimmt und es wird versucht ihr Verhalten durch die Androhung von Sanktionen zu steuern.

Wie können Familienstrukturen aufgelöst werden?

Familien in den heute in der westlichen Welt am üblichsten Formen Mutter-Vater-Kind(er) und Mutter-Kind(er) gibt es nicht schon so lange wie es Menschen gibt und auch nicht in allen Kulturkreisen. Es gibt und gab Gesellschaften, in denen Leute in größeren Gemeinschaften zusammenleben und nicht in Kind und Erwachsener unterteilt wird, sondern in denen Menschen sich um Menschen kümmer(te)n, unabhängig ob mensch mit dem anderen Menschen verwandt ist. Die geringere Lebenserfahrung in manchen Bereichen der Alltagsgestaltung, bedingt, daß viele junge Menschen häufig Unterstützung bei alltäglichen Problemstellungen benötigen. Das muß nicht durch irgendwelche "Eltern" geschehen. Unterstützung kann nicht generell von allen Leuten gleich angeboten werden, weil damit die Vorstellungen und Bedürfnisse der Anbietenden zu kurz kommen würde und in einem Umfeld, in welchem versucht wird hierarchiefrei und gleichberechtigt miteinander umzugehen indem versucht wird auf die gegenseitigen Bedürfnisse einzugehen. Wenn eine Person ein Problem hat und eine andere in der Lage ist ihr dabei zu helfen, sollte es klar sein zu überlegen, wie auf die Situation reagiert werden kann. Dabei ist es egal, ob die Personen sich schon lange kennen oder verwandt miteinander sind. Viele Problemstellungen des Alltags werden bei über 18-jährigen als normal empfunden und es wird selbstverständlich darauf reagiert. Wenn die Problemhabende Person dann in der Rolle eines Kindes gesehen wird scheint das dann plötzlich undenkbar zu werden und kann im Extremfall sogar einen Repressionsapparat auf den Plan rufen. Der verwirrten älteren Person, die auf dem Bahnhof steht und die mit dem Fahrkartenautomaten genauso wenig klarkommt wie mit der Fahrplanverbindung zum Ort ihrer Wahl wird freundlich geholfen. Die 5-jährige Person in der selben Situation hat es da schwerer. Als erstes wird wahrscheinlich nach den Eltern gefragt, dann wird sie wahrscheinlich bespitzelt und wenn sich zuguterletzt rausstellen sollte, daß sie ihren eigenem Willen folgend autonom unterwegs ist, wird ihr die Polizei auf den Hals gehetzt und wenn das häufiger vorkommt, wird die Person in den Heimknast gesteckt. Stell sich mal wer den Skandal vor, daß eine ältere Person aufgrund der Tatsache, das sie Probleme mit Fahrkartenautomaten hat für 13 Jahre ins Heim gesteckt wird.... In einem gleichberechtigten Umgang miteinander definiert jedeR Grenzen und Bedürfnisse selbst. Diese Beziehungspraxis funktioniert allerdings dann nur halbwegs real, wenn im Vorfeld die Eltern- und Kinderrollen sowie sonstige Normierungen und Rollen in den Mülleimer der Geschichte geworfen werden. Durch diese Proformaentsorgung sollte aber nicht die Illusion erwachsen,dass diese Rollen schlagartig verschwinden indem sie als unnütz empfunden werden. Die damit verbundene Sozialisation kann nur in einen langwierigen Prozess abgebaut werden. Das sollte auch offen von allen Seiten thematisiert werden um einen Umgang damit zu finden. Die Eltern-Kind-Beziehung ist eine gesellschaftliche Vorgabe mit klarer gesellschaftlicher Funktion und folgt nicht einem "natürlichen" Bedürfnis. Alle Menschen sind als autonome (selbstbestimmte) Lebewesen anzusehen. Dementsprechend sollten sich auch die Beziehungen zwischen ihnen gestalten. Eine Beziehungspraxis auf der Basis von Autonomie und freier Vereinbarung ist also nur denkbar als ein bewusster, reflektierter Prozess, der gegen die Vorgaben der uns umgebenden Welt und, aber auch die Normierungen infragestellt und abbaut die wir selbst verinnerlicht haben. Es bedeutet, daß Menschen sich darüber verständigen, wie sie miteinander umgehen wollen und wie nicht. Wenn nicht Normen oder unausgesprochene Erwartungshaltungen das Miteinander bestimmen sollen, ist eine intensivere, offene Kommunikation unabdinglich: Das Mitteilen von Bedürfnissen, spontanen Empfindungen, Grenzen und Ängsten ist eine wesentliche Vorraussetzung für einen anderen Umgang miteinander, der sich ständig hinterfragt und neu entwirft. Ziel dieser Kommunikation könnte sein: -Bedürfnisse bewusst machen, zu entdecken und einander mitzuteilen -Sich gegenseitig Feedback zu geben und unterschiedliche Wahrnehmungen auszutauschen -Rollenmuster, eingefahrene Verhaltensweisen und Hierarchien kontinuierlich zu hinterfragen Diese Kommunikation fällt nicht vom Himmel- es ist ein offener Lernprozess, der mit vielen, zuweilen nervigen Hindernissen kämpft. Auch im bezug auf körperliche Nähe scheint Kommunikation schwierig. Zum einen ist es schwer, für sich selbst klar zu kriegen, was die eigenen Wünsche sind-da diese ja nicht frei von Normierungen sind. Wenn dabei eine Person in der Lebenssituation steckt über eine lange Zeit hinweg als Kind betrachtet und behandelt worden zu sein ist die Selbsteinschätzung über die eigenen Wünsche und Empfindungen stark beeinträchtigt und für diese Person schwer wahrnehmbar. Es fehlt teilweise einfach die Übung darin, Bedürfnissen nachzuspüren, ohne diese in Kategorien zu pressen. Zum anderen ist es in der dominanten Kultur nicht üblich, offen über Gefühle und Bedürfnisse zu reden, geschweige denn darüber zu "verhandeln". In der romantischen Vorstellung wird stillschweigend vorrausgesetzt, daß die Beteiligten irgendwie wissen, was sich die andere Person wünscht. Das ist dann noch besonders fatal, wenn die Betroffenen sich noch nicht mal auf horizontaler , frei ausgehandelter, Ebene treffen sondern diese Begegnung in der hierarchischen Eltern-Kind Beziehung stattfindet. Unter diesem romantischen Denkmantel kann sich dann um so ungebrochener die Eltern-Kind Normalität durchsetzen, die von Grenzüberschreitungen, Rollenbildern und Normen geprägt ist. Im besten Fall kommt dabei ein mehr oder weniger gelungenes Ratespiel heraus. Ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob sie damit eine Grenzverletzung begehen, können Eltern ihre Bedürfnisse nach Berührung so an den ihnen untergeordneten Kindern ausleben. Dieses geschieht dann sogar noch in dem Glauben, dass es dem zwangsbeglückten Menschen damit gut geht. Durch das nichtnachfragen bei Berührungen wird mit der betroffenen jungen Person nicht wie mit einer eigenständigen Person sondern wie mit einer Puppe umgegangen. Da es in der Kinderrolle verankert ist das sich Kind über eine Zwangsbeglückung der Eltern zu freuen hat wird selbiger Schein auch manchmal für alle Beteiligten bewahrt. Um die romantische Vorstellung, nach der Eltern den Kindern ihre Wünsche von den Augen ablesen und wissen, wann sie wie berührt werden wollenzu durchbrechen sollte nachgefragt werden und somit im Einverständnis mit der jungen Person gehandelt werden. Eine Ebene in der versucht wird, Grenzüberschreitungen zu vermeiden. Offene Kommunikation kann mitunter sehr "unromantisch" werden, weil z.B. sehr früh auseinander klaffende Bedürfnisse klar werden-aber es ist wichtig, um andere Menschen nicht zu verletzen. Wo die Hoffnungen, Wünsche und Gefühle, welche die beteiligten Menschen mit in eine Begegnung tragen, nicht mitgeteilt werden, sind Verletzungen eigentlich vorprogrammiert. Wo Menschen diese offene Kommunikation versuchen, können viele Ängste abgebaut und Situationen "entschärft" werden, die vorher mit ganz viel Druck und Mißverständlichkeiten belegt waren. Zum Beispiel weil es selbstverständlich wird darüber zu reden, welche Berührungen als angenehm oder unangenehm empfunden werden. Oft werden in der Kommunikation viele Phantasien und Wünsche erst entdeckt oder entwickelt, weil sich die beteiligten Menschen intensiver mit Fragen beschäftigen.Auch während der Handlungen können neue Wünsche entdeckt oder geweckt werden, wobei dann durch Kommunikation herausgefunden werden muss, ob sie von allen Beteiligten gewünscht sind. Wo es darum geht, nicht den herrschenden Bildern zu folgen, ist die Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen inklusiver subtiler Normen nicht weit-oder:sollte es zumindest sein. Das kann mitunter sehr kompliziert beziehungsweise fast unmöglich werden wenn du dich zum Beispiel in einem Machtverhältnis aufhältst (z.B.als Kind) und die Machthabende Personen (z.B.Eltern) keinen Wert darauf legen dieses Herrschaftsverhältnis konsequent zu hinterfragen. Wir sind alle zugerichtet worden uns konform zu verhalten und den zugewiesenen Rollen zu entsprechen. Aus der bewussten Ablehnung der gesellschaftlichen Normalität ergibt sich leider nicht automatisch, daß all die Rollenlogiken und -bilder passe sind, die uns von Geburt an begleiten und unser Denken und Fühlen durchdringen. Auch in Zusammenhängen, die sich als emanzipatorisch bezeichnen oder verstehen, wird immer wieder die( Eltern-Kind-)Normalität abgebildet. Oft ist es die fehlende Bereitschaft zur selbstkritischen Auseinandersetzung, aber sicher auch Angst. Denn es ist nicht unbedingt angenehm sich einzugestehen,daß wir ganz schön in den Mustern stecken, die wir "eigentlich" ablehnen. Aber jede Begegnung zwischen Menschen kann auch ein Ort sein,diese Verhältnisse und unsere eigenen Verstrickungen in diese zu reflektieren. Ein ständiges, gegenseitiges Hinterfragen kann anstrengend sein-aber auch immer wieder für spannende, lustvolle Entwicklungen sorgen. Es setzt vorraus, das alle Beteiligten dazu bereit sind sich mit sich selbst und der eigenen Rolle (z.B. Mann,Frau,Mutter,Kind...) auseinanderzusetzen. (Der letzte Teil des Textes wurde aus der Broschüre"beziehungsweise frei(www.beziehungsweise-frei.de.vu)übernommen b.z.w. an diesen Text angepasst)

Leute sollten (bevor sie Kinder bekommen) Umfelder schaffen, in denen es viele Menschen gibt, die bereit sind, gleichberechtigt miteinander umzugehen und ihre Fähigkeiten weitergeben würden. Wo alle (auch die jungen) Menschen die Möglichkeit haben, zu entscheiden mit wem sie wie und wo was machen wollen. Leute, die schon in ihren Elternrollen eingespielt sind, sollten nicht immer verfügbar für die Bedürfnisse "ihrer" Kinder sein, sondern auch darauf achten, worauf sie selbst Lust haben und auch mit den jungen Menschen darüber sprechen, warum sie sich jetzt anders verhalten und was sie an Familienstrukturen doof finden. Das ist gar nicht so einfach, weil die meisten Menschen in Familienstrukturen aufgewachsen sind und diese auch verinnerlicht haben. Eine Änderung kann nur ein Prozess mit viel (Selbst)reflexion sein. Die Eltern müssen sich zurücknehmen in ihrer Anhäufung von Betüddelung, Bedienung und Bevormundung der Kinder. Sie müssen den von ihnen geschaffenen Eltern-Kind Privatraum abreißen.Ansonsten müssen dieses die dann noch als Kinder betrachteten tuen und die Familienstruktur zusammen mit solidarischen Menschen demontieren. Dieses kann, unter Umständen schwer werden für die, die dann eventuell nicht mehr als Kinder betrachtet werden sondern plötzlich eigenständige Menschen darstellen. Dieser Emanzipationsprozess ist dann immer noch besser als das vorherige nicht enden wollende Unterdrückungsverhältnis. Wenn es passiert sollte es konsequent laufen. Eine einzelne Veränderung ändert nix an den eigentlichen Machtstrukturen. Sie erhält sie dadurch, daß die Betroffenen den Druck nicht mehr so stark wahrnehmen und so ausblenden, daß an dem eigentlichen Machtverhältnissen nichts verändert wurde. Es gibt Sinn die Elternrollen komplett abzulegen und die junge Person dabei zu unterstützen (falls sie es wünscht) in einem Umfeld ohne Eltern und Kindern Fuß zu fassen. Ein Umfeld von einem frei gewählten Miteinander. Überhaupt sollten Leute sich im klaren darüber sein, warum sie Kinder kriegen wollen und ob das sinnvoll ist, solange es keine Umfelder gibt in denen Leute frei aufwachsen können oder z.B. bei der momentanen Bevölkerungszahl.

"ihre" ist wie mein, dein, sein, euer und unser ein besitzanzeigendes Fürwort, aber Menschen sind - egal wie alt oder jung - keine Besitztümer. Deswegen sind solche Formulierungen in diesem Text mit Anführungszeichen versehen. Häufig wird in diesem text von Kindern als jüngere Menschen gesprochen. eine Eltern-Kind-Rolle ist auch zwischen gleichaltrigen denkbar. Mit "natürlich" ist in diesem Text eine biologistische Begründung gemeint und nicht ein anderes Wort für selbstverständlich, logisch oder klar.

(1)"Natürliche Bindung"

Beobachtungen zeigen, daß viele Neugeborene erstmal auf alle Personen auf ähnliche Art und Weise zu reagieren scheinen und die sie geborene Person dabei nicht bevorzugt. Die "mütterliche" Rolle muß nicht von der biologischen Mutter übernommen werden um die Bedürfnisse zu befriedigen. Genauso wenig muß die Person weiblich, erwachsen oder derselben Spezies zugehörig sein (s.u.). Die Rolle, die gerne als "Mutterrolle" beschrieben wird, in der das Neugeborene betüddelt und in seinen Bedürfnissen unterstützt wird, wird gerne von "Vätern", jungen Leuten und zufällig sonstwie anwesenden Personen übernommen. Auch muß das nicht ein und dieselbe Person sein und die Bedürfnisbefriedigung kann auch ohne Bevormundung stattfinden. Zwischen Geschlecht und Alter zu unterscheiden ist nicht die Sache eines Babys, dazu mangelt es meist an dem Wissen darüber was selbige Rollen ausmachen sollen. Welche Person/en die sich um einen kümmernde Funktion annimmt ist meist egal. Was Leute ausmacht, wie ihre "Bedürfnisse" sind und welche Beziehung zwischen wem aufgebaut wird sind Folgen der Sozialisation und nicht angeboren. "Beziehungen und Bindungen" sind nicht genetisch vorbestimmt. Auch sonstige Bedürfnisse und gewünschte Verhaltensmuster sind größtenteils ansozialisiert. Dazu ein Beispiel: Um die jungen Menschen Amala und Kamala kümmerten sich in ihrer Säuglingszeit Wölfe im Dschungel Indiens. Als mensch sie fand wurden sie in ein Weisenhaus gebracht in dem ein Pfarrer und seine Frau versuchten, sie für für das Leben in menschlicher Gesellschaft zu erziehen. Die meisten der mühevollen Anstrengungen schlugen fehl oder hatten nur geringen Erfolg. Die Mädchen fühlten sich elend und lagen nackt in der Haltung von Wölfen in den Ecken ihrer Räume. Nachts wurden sie aktiv und heulten, um die Aufmerksamkeit ihres alten Wolfsrudels auf sich zu ziehen. Nach langem Training lernte Kamala, auf zwei Beinen zu gehen; aber laufen konnte sie immer nur auf allen vieren. Eine Zeitlang weigerten sie sich Kleider zu tragen oder gekochte Nahrung zu sich zu nehmen; Sie bevorzugten rohes Fleisch und Aas. Kamala lernte 50 Wörter, ehe sie im Alter von 15 Jahren starb. Sie verhielt sich zu dem Zeitpunkt wie ein dreeinhalbjähriger Mensch. Ihre Wendigkeit als Vierbeiner, ihr Geruchssinn (Sie konnte Fleisch auf 75 Meter Entfenung riechen) , ihr Sehvermögen im Dunkeln, ihre Schnelligkeit, und ihre Anpassungsfähigkeit an Temperaturwechsel waren erstaunlich. Auch ihr Spürsinn beim Jagen und ihr Ortssinn müssen aussergewöhnlich genug gewesen sein, um ihr das Überleben als Wolf zu ermöglichen. Der gewaltsame, fremdbestimmte Akt, sie aus dem Wolfsrudel zu entfernen hat sie langsam getötet. Sie hat die Rolle eines Wolfes und nicht die eines menschlichen Kindes eingenommen. Die Zwangsbeziehung zu Menschen wurde nicht akzeptiert und die (ansozialisierte?) Beziehung zu dem Wolfsrudel wurde ihr verweigert. Da davon auszugehen ist, daß die Wölfin kein Menschenjunges gebohren hat kann es sich in dem Fall auch nicht um eine "natürliche Beziehung" handeln.

(2) horizontale Begegnung

Unter einer "horizontalen Begegnung" ist eine hierarchiefreie Begegnung auf ein und derselben Ebene gemeint. Wenn sich eine Machthabene und eine Unterdrückte Person z.B. unterhalten, so ist dieses eine hierarchische Begegnung. Erst wenn an den Punkten, an denen sich begegnet wird keine Hierarchien am Start sind, ist es eine horizontale Begegnung. Bei einer Eltern-Kind Beziehung ist das nicht der Fall da die Eltern die Machthabenden sind..

(3) Privatstrukturen

Es ist normal. Leute leben in ihren "eigenen" Räumen. Das eigene Haus, das eigene Zimmer, der eigene Wagen oda Laster, das eigene Zelt oder Hütte e.t.c. Das "Private" bezieht sich dabei auf eine Art zu leben und muß sich nicht zwingend aufs wohnen beschränken. Die Privatstrukturen können sich auch auf das soziale Miteinander und auf den Umgang mit Gegenständen aller Art beziehen. Die "eigenen" Kinder, die eigene Familie, daß eigene Auto und der eigene Hund sind da gute Beispiele. Es gibt da irgendwas, daß der Allgemeinheit entzogen wird, für das Einzelne unabgesprochen meinen verantwortlich sein zu müssen. Diese Besitzlogik versetzt selbige in die Machtposition darüber bestimmen zu können, was womit und mit wem passiert. Sie entzieht das von der Privatisierung betroffene der Beobachtung und der Interventionsmöglicjhkeit der Umgebung. Die Gewalt in der Familie ist auch deshalb so normal, weil sie durch diese Privatlogik geschützt wird und von Aussen nur schwer beobachtet oder erst gar nicht registriert werden kann. Es wird ein Schutzraum um alles aufgebaut, von dem gewünscht wird das es nur von den der Privatstruktur zugehörigen genutzt, geformt und beobachtet wird. Die Gruppe derer (meist nur 1 Person), die eine Privatstruktur nutzt wird von dieser Gruppe definiert. Eine offene Nutzung kann nicht stattfinden. Meist werden mit dieser Logik romantische Vorstellungen von den schönen eigenen 4 Wänden, der romantischen Beziehung oder dem tollen eigenem Auto verbunden. Die Verfechter/innen dieses Rückzuges leben häufig in ihrem eigenen Mikrokosmos der für sie meist wichtiger ist als das, was sie umgibt. In das eigene Zimmer (oder den eigenen Wagen/ Laster) passiert das, was die Anderen "nix angeht". In dem Nichtprivaten Teil des Projektes eine zweitklassige Umgebung in jeder Hinsicht geschaffen wird.

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