KommuneCafe

Aus Selbstorga-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Was war das mal?

Wir wollen im Kommunecafé eine kleine Handbibliothek zum Thema alternatives, radikales Kommune- bzw. Gemeinschaftsleben aufbauen und suchen dazu noch Bücher, Broschüren etc. Wenn Ihr also was doppelt habt oder los werden wollt, gebt es uns... Kommt zu unseren Öffnungszeiten vorbei oder mailt uns.


Was war die Projektidee ?

Politische Kommunen gründen - Kommunikation schaffen

Projektidee "Kommunecafé für ein radikales Leben" in Berlin

Eine [Gemeinschaft] von Leuten, die sich für ein gemeinsames Lebens-, Politik- und 'Arbeits'-Projekt entscheiden, entsteht nicht aus dem nichts. Oft geht ein langer Prozeß von Kennenlernen, Pläne ausbrüten und Konzepte entwerfen der Gründung der Gemeinschaft voraus. In einer anonymen Riesenstadt, wie Berlin, gestalten sich insbesondere die Kennenlernprozesse als besonders schwierig. Oftmals sind die Lebensperspektiven in der Stadt scheinbar oder auch wirklich nur vorübergehende und allzu leicht geht der Überblick im großen Gewusel in der Stadt verloren.

Doch gerade in der Großstadt gilt es, der immer stärkeren Individualisierung und der zunehmenden Auflösung von sozialen Netzwerken entgegenzuwirken. Auch in politischer Perspektive ist dies durchaus sinnvoll. So hat die Praxis von Gemeinschaftsprojekten gezeigt, daß es für eine Gemeinschaft deutlich bessere Möglichkeiten gibt, abseits der herrschenden gesellschaftlichen Normierungen zu leben und politisch widerspenstig zu sein und zu bleiben. Dies bedeutet gerade auch für den einzelnen ^Menschen oft einen Zugewinn an subjektiv empfundener Freiheit - Freiheit, die auch für gesellschaftspolitisches Engagement genutzt werden kann.

In Berlin ist dieser Weg bisher nur selten beschritten worden. K1 und K2 waren Versuche, bürgerliche Lebens- und Beziehungsformen radikal aufzubrechen, auch als politische Provokation. Die später gegründete Ufa-Fabrik hat sich über die Jahre immer mehr zu einer etablierten Version entwickelt. Viele Projekte sind in den vergangenen Jahren geschaffen worden, oft mit umfangreichen öffentlichen Mitteln für Sanierung in Selbsthilfe, deren Gemeinschaftsidee sich vor allem auf das gemeinsame Wohnen beschränkte.

Weitergehende [Kommuneprojekte] sind in Berlin selten gestartet worden. Immerhin hat die ÖkoLea in Klosterdorf bei Strausberg gerade den 10. Jahrestag ihres Gründungstreffens in Berlin feiern können. Doch KommuneaktivistInnen orientieren sich häufig aufs Land hin - wie beim geplanten [StadtLandFluß]-Projekt.

Doch was ist mit der Stadt? Ist hier etwa alles o.k.? Oder kann mensch hier nur noch das Weite suchen, da der Moloch ohnehin kein menschenwürdiges Leben erlaubt?

Egal ob Stadt oder Land, es mangelt an Perspektiven für Gemeinschaftsprojekte in und um Berlin. Dabei fehlt es nicht an Menschen, die eine Utopie oder einen Traum vom anderen Leben haben. Vielleicht fehlt eine Struktur, wo sich diese Menschen ungezwungen informieren, beschnuppern, kennenlernen und zu gemeinsamen Vorhaben zusammenschließen können. Vielleicht fehlt ein Ort, der für eine Gemeinschaftsperspektive steht, der Kommunikationspunkt und zugleich Ausgangspunkt für mehr oder weniger radikale Projekte sein könnte.

Wir denken, es fehlt ein KommuneCafe! Und deshalb machen wir eins! Wir haben einen kleinen Laden in der Brunnenstraße (U-Bhf. Rosenthaler Platz), den wir herrichten wollen. Dort soll es ein Café mit kleiner Bibliothek, Ausstellung, FoodCoop, Projekte-Büro und was uns sonst noch so einfällt geben. Der Raum kostet uns nix außer unserem Engagement, und deshalb gibt es auch Bestrebungen, diese geldfreie Struktur ein Stück weit beizubehalten. Zweck des Cafés ist freilich nicht das Café selbst, sondern daß aus ihm möglichst bald möglichst viele Projekte entstehen.

mailto:post ÄT KommuneCafe.de


Das Kommune-Café gründen - Gemeinschaft schaffen

Oft sehr unterschiedlich erscheint der Umgang mit der eigenen Zukunft, in den verschiedenen Altersschichten in den Szenen. Während manche Mittel-alten und Alt-Aktivisten über die gescheiterten Utopien eines freien Lebens im Kollektiv, im Hausprojekt oder in der Kommune sinnieren, stehen diese Themen bei jungen oft gar nicht mehr zur Disposition. Konditioniert durch den alles beherrschenden Trend der Individualisierung vom Kindergarten bis zur Lehre oder Universität ist für sie wieder vieles klar, was für andere vor ihnen schonmal viel unklarer war. Job, Karriere, persönliches Fortkommen und individualisierte Suche nach dem Glück und dem persönlichen besten Weg sind die Fakten vieler junger linksradikaler Lebensläufe. Sie werden bestenfalls rethorisch oder theoretisch hinterfragt - in Wirklichkeit ist alles bereits vorstrukturiert. Neben der Politgruppe schlagen sich die AktivistInnen individualisiert durch die Bildungs-, Arbeits- und Sozialsphären der kapitalistisch-patriarchalischen Gesellschaft. Utopie wird bei ihnen nicht nur vom Realismus des Machbaren erdrückt, sondern gar als lächerliche Spinnerei abgelehnt. Das revolutionäre Projekt büßt damit nicht nur seine Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft ein - wenn niemensch mehr versucht, eine anderes Leben auch zu leben - nein, Inhalte und Praxis radikal alternativen Lebens gehen damit auch verloren und müssen "neu erfunden werden". Gegenwärtig geht der Wille, auch wirklich das eigene Leben anders zu gestalten, ernst zu machen mit Wünschen und Utopien, sich Ängsten und Problemen zu stellen, dieser Wille geht verloren.

Das Projekt muß weiter gehen. Wir müssen es wieder probieren. Wir brauchen Utopien und Wünsche, wir brauchen Wut und Trauer und Offenheit und vor allem wir brauchen die Bereitschaft und auch die Kraft, etwas tun zu wollen. Wir brauchen auch die Bereitschaft aufzuhören mit dem Doppelleben von politischer Hobby-Radikalität und systemkonformer Alltagspraxis.

Wir glauben daran, daß es auch in dieser Szene und in dieser Stadt noch Menschen gibt, die einfach nicht mehr so weiter machen wollen. Die auch keine Lust mehr auf "Alternatives Puppentheater" haben, sondern die den Versuch machen wollen, ihr Leben wirklich radikal anders zu gestalten. Damit sich die Menschen, die dazu Lust und Energie, Freude, Ideen und Fantasien etc. haben finden können möchten wir mit anderen gemeinsam einen Raum schaffen. Dieser Raum soll nicht nur im örtlichen Sinne existieren, sondern eben auch als Idee, als Utopie und als gelebte Praxis. Zunächst soll es nur ein kleines Café in Mitte sein, welches wir etwas herausputzen und uns nutzbar machen. Wo wir vielleicht eine Bibliothek anlegen, wo wir uns treffen, wo Leute berichten und planen und sich kennenlernen. Doch es soll schnell mehr werden, denn wir wollen ja praktisch was machen - Gemeinschaft gründen und leben. Wir laden Euch also alle ein an diesen Ort - kommt und gründet das Café hier mit!

Ein paar praktische Ideen gibt es schon. Wir möchten sie hier zur Einstimmung und Diskussion aufzählen:

  • oft geöffnetes freundliches Café, das ohne Geld funktionieren könnte. (Keine Bezahlung, keine Geld-Spenden!) Verschiedene Gruppen betreuen dazu unterschiedliche Tage autonom.
  • Möglichkeit zur Präsentation von Ideen und Konzepten für Projekte
  • Filme, Vorträge, Lesungen, Diskussionen, Vorstellungen welcher Art auch immer
  • Bibliothek Radikaler Lebensformen / Lebensweisen
  • Büro/Redaktionsräume für Publikationen, Öffentliches etc.
  • FoodCoop zur praktischen Alternativ-Versorgung
  • Filme, Vorträge, Lesungen, Diskussionen, Vorstellungen welcher Art auch immer

Kommt alle. Wir freuen uns! - KommuneCafe