Ecointervercity- eine realisierbare Idee ein anderes Leben jetzt zu beginnen
Aus Selbstorga-Wiki
== Ecointervercity
Es geht auch anders...
Konzept für eine autonome, selbstorganisierte, ökologische Universität
Wenn Du auch keine Lust hast Dich in den nächsten Jahren in die überfüllten Hörsääle zu quetschen, den Zwängen und Regeln eines Elitestudiums an einer deutschen Regeluni zu unterwerfen, dann könnte Dich diese Idee interessieren. Wenn Du keinen Bock hast Dich mich sinnlosen, schlecht bezahlten Jobs in einer voll gestressten Leistungsgesellschaft müheselig über Wasser zu halten und Du Dir die Möglichkeit offen halten willst mal in einer völlig anderen, weil solidarischen Gesellschaft zu leben, dann lies jetzt weiter.
Seit es die Menschen gibt, nutzen sie - wenn ihnen möglich - ihr Wissen, um sich ein schöneres Leben zu machen. Die Arbeit zu erleichtern, den Wohnort zu wechseln, das zu machen wo nach ihnen ist. Die Freiheit dieses zu tun, ist ein besonderes Privileg dieser Zeit und aktuell leider nur für die Leute, die reisen dürfen und sich die Mittel dafür organisieren können. Der Wille die eigenen gegenwärtigen Zustände zu verbessern äussert sich seit Generationen zum einen in der Migration und zum andern im politischen Kampf und mit Forderungen an die Regierenden. Die Handlung, das Erreichen eines würdigeren Lebens bleibt jedoch meistens ein Traum und eine leise Hoffnung; weil wenn sich die Sehnsüchte nach einem anderen Leben nur in Papier und Aktionen, in Parlamenten, Streiks und anderen Bitten an die Obersten der Hierachien äussern ist es auch kein Wunder. Dabei könnte eine kurzweilige Anstrengung, ausgelöst durch die Motivation bald als eine Belohnung das zu erhalten was solange ein Traum blieb, genau diesen verwirklichen und das geht so:
Andalusien liegt im südlichsten Zipfel Westeuropas und hat als einzige spanische Region seine Ufer sowohl am Mittelmeer als auch am Atlantik. Von den Höhen des Landes werden die nur ein paar Kilometer entfernten afrikanischen Küsten sichtbar. Weil es dort 300 Sonnentage im Jahr gibt herrschen optimale Wachstumsbedingungen für verschiedene Pflanzen, wie Mangos, Avocados, Limonen oder Chilis aber auch für die schlaue , zweibeinige Gattung der Menschen. Denn weniger Kälte bedeutet weniger Energieverbrauch, heisst weniger Stress. Obwohl es so schön sonnig ist da unten leben dort doch viel weniger Menschen als in der kälteren BRD ca. nur ein Viertel der Personen pro Qkm. An ein paar Küstenabschnitten sind die Strände mit Hotels und reichen Touris voll gemüllt, vieler Orts gibt es riesige Gewächshäuser wo das ALDILIDLPLUS-Gemüse unter chemischen Einfluss produziert wird, aber zwischendurch gibt es leere Landschaften, Landflucht und hier und da verlassene Dörfer und Ruinen, die noch eine herausragende Rolle in diesem Text spielen werden.
Aber nochmal kurz in den Norden
Reddelich bei Rostock, Sommer 2007, die Anwohner sind verwundert. Statt der von den Medien angekündigten Chaotenhorde, bauen gut-organisierte Aktivistas aus der ganzen Welt in ihrer Nachbarschaft binnen weniger Stunden bzw. Tagen eine vollfunktionierende Campstruktur für mehrere hundert Menschen auf. Küchen mit Connection zu lokalen Farmern, Sanitäter/innen, Musik, Internetcafe, Kinderspace, Rechtsberatung usw. trotz einiger wilder Gerüchte, hielt sich der Zusammenhang bestens und blieb für viele Beteiligte der eigentliche Erfolg der Proteste. Es war als hätte die Bewegung einen permanenten Wunsch mal eben umgesetzt dann jedoch zerstreuten sich die Camper/innen wieder in alle Windrichtungen.
Zum Beispiel in den Südwesten
Ganz weit südwestlich halten sich die Campfs schon seit 1994. Die Zapatistas verschwanden nach ihrem Aufstand nicht wieder in ihre damaligen halbsklavischen Verhältnisse sondern begannen nach der Verjagung der Grossgrundfamilien auf dem Land ihr Leben in Unabhängigkeit von Staat und postkolonialer Wirtschaft. Dazu belebten sie ihre traditionellen Vorstellungen einer dörflichen Gemeinschaft und vermischten sie mit modernen Erkämpfnissen wie Geschlechtergleichheit, einer eigenen Form von Gesundheitsversorgung, Bildung,neue Technologien, Wirtschaft (Kooperativen), globale Vernetzung, Justiz, Verteidigung und Transport. Sie schafften es so ihre Lebensqualität deutlich zu erhöhen und führten vor einigen Jahren ihr basisdemokratisches Rätesystem, als immer wieder zu hinterfragende Gesellschaftsordnung ein. Obwohl die mexikanische Regierung ständig versucht die Autonomie zu stören, gelingt ihr das nicht, weil es den Menschen einfach jetzt besser geht und die Zapatistas sich das was sie sich selbst aus eigener Kraft und Initiative aufgebaut haben und was funktioniert logischer Weise nicht wieder kaputt machen lassen wollen. Eine wichtige Sütze ist dabei für sie der direkte, solidarische Handel geworden, hauptsächlich Kaffee der mittlwerweile an vielen Orten zu erwerben ist, ohne Konzern und Ausbeutung, steigt die Nachfrage nach diesem Produkt, wider kapitalistischer Wirtschaftsweisheiten, trotzdem.
Weil diese beiden beschriebenen Modelle funktioniert haben, ist davon auszugehen dass auch eine Synthese dieser beiden Beispiele bestens laufen könnte.
Während die Zapatistas ihr Land besetzten, haben die AktivistInnen in Europa vorher für einen legalen Rahmen gesorgt um die Sicherheit eingermassen zu gewährleisten. Der Widerstand hundertausender Zapatisten kann nur militärisch gebrochen werden, für ein paar tausend Protesters in Europa reichen die vorhandenen Polizisten leider noch aus. Aber was wäre, wenn die Leute in Europa sich entscheiden würden ihrem Kampf für ein selbstbestimmtes Leben, ihren Camps, ein festes unkaputtbares Zuhause zu geben? Kann es auch ihnen gelingen sich von staatlicher Kontrolle und Benefiten zu lösen und trotzdem eine sichere, zufriedene Existenz zu erlangen?
Nehmen wir also die Struktur eines zaptistischen Caracoles, z.B. Oventic, eine verlassene landwirtschaftliche Struktur in Südspanien, die Befürworter/innen eines solidarischen und freien Lebens in Europa, samt deren Wissen über Ökologie und Nachhaltigkeit und samt derer schlechter derzeitigen Perspektive,- mischen alles gut durch und erhalten:
Einen realisierbaren Traum
Es ist Februar, 20 Grad, 11 Uhr, irgendwann in naher Zukunft, mitten im spanischen Frühling mitten im Zentrum der neuen Ecointervercity. In den Küchen treffen sich die BewohnerInnen aus allen Ecken der Welt um zusammen zu frühstücken, nicht alle natürlich, die Morgengemeinschaftsmuffel bleiben in ihren Ökohütten im Wohndorf. Ein paar waren schon auf den Feldern und haben die letzten Orangen gerntet, während andere lieber schliefen. Viele der Anwesenden leben hier um zu studieren. Sie sind an einer Feruni eingeschrieben, machen ihre Bachelors und lernen gleichzeitig jeden Tag viele neue Sachen. Die Umgebung wird in eine permakulturische Landschaft verwandelt, was langfristig Arbeit spart und die verträglichste Form von Bodennutzung darstellt. Während RegelstudentInnen in Deutschland ca.50% ihrer Einkünfte in die Nahrungsversorgung stecken und diese Zahl ständig steigt, ist es hier Süden deutlich anders, Die Leute, und auch nicht alle, arbeiten ein paar Stunden in der Woche auf den Feldern und haben dadurch keine Ausgaben. Diejenigen denen die körperlich härtere Arbeit aus verschiedenen Gründen nicht zusagt arbeiten dafür in anderen Bereichen. Ein Teil der Bewohner/innen kommt nur im nordischen Winter für ein paar Monate zum studieren, andere haben sich entschieden dort zu bleiben und andere pendeln zwischen der alten Welt und der Neuentstehenden.Durch geschicktes Marketing für eine soziale und ökolgische Universität wurden in der Anfangspahase des Projektes Mittel und Gegenstände von Institutionen und Firmen geschnorrt, die Tatsache dass die mittlerweile mehreren Hundert eine eigene Energieversorgung besitzen ist aber vor allem auf die Kreativität und dem Engegament der vielen Einzelnen zu verdanken. Sie mussten dazu nur längst vorhandenes Wissen umsetzen Es bildeten sich stets Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen und manche Projekte wurden sogar indivuduel geplant und durchgeführt. Die soziale Struktur funktioniert sehr gut weil die Idee von anfang war, keinen Zwangskollektivimus einzuführen sondern dem Individuum die volle entscheidungsfreiheit und Verantwortung für sein Handeln zuzusprechen. Bei Konflikten wurden und werden die KommunikationsspezialistInnen in psychologischer Ausbildung hinzugezogen und so konstruktiv versucht das Selbstbewusstsein, sowie Einfühlungsvermögen der Einzelnen zu fördern, was zu einer starken Abnahme der zwischenmenschlichen Stressererein führte. Das ungekannte Gefühle einer nahezuvölligen Unabhängikeit von Staat, Eltern und Kapitalimus führt immer wieder zu spontanen Parties und Rumgetanze die dann aber oft in den Partybereich des Geländes geschickt werden. Besonders im Lebensmittelbereich entstanden immer wieder excellente Produkte die dann irgendwann auf der gleichen direkte Handelsstrasse wie der Zapatistaskaffe landeten und nun zur Standardversorgung der alternativen Projekte und Haushalte in den europäischen Metropolen gehören. Überschüsse flossen in die Erweiterung der Infrastruktur. Obwohl es anfang viele Geldablehner gab wurde entschieden eine solidarische Lohnbasis für Arbeit einzuführen weil viele nur eine Zeit dort verbringen wollten um dann im noch-kapitalistischen alltag nicht völlig leer dazustehen. Ein anderer Teil des Überschusses des monatlichen Bruttosozialproduktes wird daher für die Leute die es möchten durch Arbeitsstunden geteilt, was dann den Lohn ausmachte, der Stundelohn schwankte so zwischen 1 und 10 €, ob das funktionierte ist noch nicht klar:-) Der Finanzhaushalt ist immer Thema im lokalen Radio oder auf Versammlungen, das Radio ist mittlerweile zu einem der beliebtesten Sender im internet geworden. Das globale Medienzentrum, ebenfalls im kulturellem Zentrum zu finden, versorgt die Welt dreisprachig mit zusammengetragen Infos aus alternativen Kanälen und die Videogang bringt immer wieder spannende Dokus und Kurzfilme ins Netz, MusikerInnen aus dem Ort zeigen dazu ihr Können. Es war von vornerein klar dass das internet ein herausragende Rolle in der community einnehmen wird, weil so auch die globalen sozialen Kontakte gepflegt werden konnten und das lernen vereinfacht wurde. Durch die Bewirtschaftung einiger Hektar Land mit Ölpflanzen verfügt unsere kleine Utopie über genügend Treibstoff für die Traktoren und den lokalen wie den internationalen Bus, die die Menschen mit den direkten Nachbarstädten und den FreundInnen und dem Leben in ihrer jeweiligen Herkunft verbinden. Es gibt nachwievor Probleme und Ansichten die permanent überarbeitet werden, doch einen anderen Weg als an der Struktur zu werkeln scheint es für die meisten Beteiligten nicht zu geben. Zurück in das Leben der eingeschränkten Sinne? Nein, alle sind froh dass der anfängliche Stress den der Beginn des Projekts forderte nun seine Früchte trägt, ähnliche Gemeinschaften schiessen wie Pilze aus den Boden, verbunden miteinander wie ein Netz, vom Indivdiuum , zur lokalen Basis bis zur Welt. Von nun auf dem direktesten Weg zur individuellen Freiheit, verstanden als Möglichkeit, ohne externe und interne Zwänge zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten auswählen und entscheiden zu können rufen die Stimmen nach gestern nach heute: "lets - live -our dream - your dream - now -!!!"
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