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Du und die Szene

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An alle, für die Emanzipation/Revolution nicht irgendwo draussen stattfindet, sondern im eigenen Alltag, in der eigenen Gruppe, in der Szene. Und nicht nur irgendwann, sondern jetzt und ständig.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wir wollen...

  1. intransparente, hierarchische, diskriminierende (sexistische, rassistische,...), (hetero-/mono-/...)normative und repressive Szenestrukturen sichtbar machen und
  2. einen Selbstreflexionsprozesse der Szene als Ganzes und in den Gruppen anstossen
  3. statt uns nur symbolisch anders zu zeigen wollen wir anders leben
  4. einen Wechsel vom entfremdeten hin zum persönlichen Umgang miteinander

[Bearbeiten] Wir kritisieren

  • intransparente Inklusions- und Exklusionsmechanismen; Pseudo-Offenheit; mangelnden Wirklichkeitsbezug; Sektencharakter
  • Überwiegend symbolische Selbstkonstitution; das Fehlen einer gemeinsamen Perspektive (Utopie/Ziele)
  • Outfit und Verhalten sind geprägt von Konformitätsdruck
  • Kommunikationslosigkeit: inhaltlich schwierige oder kontroverse Fragen werden umgangen und in Aktivismus ertränkt
  • Ohnmacht wird durch Trinken und Kiffen verdrängt und bestätigend hingenommen
  • mangelnde Selbstreflexion

[Bearbeiten] Sind wir wirklich anders?

  • Der Unterschied zwischen der Szene-Subkultur und dem Mainstream ist hauptsächlich symbolischer Art.
  • Die Szenenormen sind die Normen der Mainstream-Gesellschaft mit Nachbesserungen.
  • Wir geniessen das Gefühl, anders zu sein, aber wir sind es kaum; wir schaffen uns eine linksradikale Identität, die schnell wie ein Kartenhaus zusammenfällt (meist am Ende des Studiums)
  • Ist Radikalität bloss äusserer Schein, oder ist sie auch bedeutsam für unseren Umgang miteinander?

[Bearbeiten] Gemeinschaft?

  • Unser Bedürfnis nach Gemeinschaft ist enorm; eine Identifikation über Codes und Symbole gibt uns das Gefühl von Geborgenheit, wird dem aber nicht gerecht.
  • Gemeinschaft wächst langsam - in der Alltagspraxis und in persönlichen Beziehungen.
  • Warum gibt es ein kommunikationsloses Nebeneinander von Subszenen?
  • Woher kommt die Zersplitterung in Grüppchen, das Bedürfnis nach Abgrenzung?
  • Warum kommunizieren Gruppen kaum miteinander, sondern nur mit der Öffentlichkeit?
  • Gemeinschaft bedeutet, auch über Schwächen reden können, statt Stärke demonstrieren zu müssen. Warum gibt es das nur im Privaten?
  • Warum ist nur das Private politisch, und das Politische nicht privat?

[Bearbeiten] Warum ist es uncool, in politischen Gruppen über Gefühle zu reden?

  • Welche Mechanismen verhindern, dass wir in politischen Gruppen über unsere Gefühle reden?
  • Warum bleibt die Kommunikation oberflächlich, warum werden nur Argumente ausgetauscht statt die dahinterliegenden Beweggründe zu kommunizieren?
  • Steckt dahinter die Angst vor dem Anderen und dem eigenen Anderssein?
  • Welche Rolle spielt bei unseren Treffen der diskursive Wettbewerb (der uns in Talkshow vorgeführt wird)?

[Bearbeiten] Warum entwickeln Gruppen häufig einen repressiven Charakter nach innen?

  • Es gibt eine emotionale Abhängigkeit von der Anerkennung in der Gruppe. Wovon hängt die Anerkennung ab? Vom konformen Verhalten? - Sollten nicht alle Menschen als Menschen anerkannt werden?
  • Warum ist es unerwünscht bzw. peinlich, in der Gruppe Schwäche zu zeigen?
  • Warum werden auch in unseren Gruppen Schwache ausgegrenzt?
  • Warum wird ein rhetorisch ausgefeilter Redebeitrag ernster genommen als einer, der "aus dem Bauch" kommt.
  • Warum bedeutet ein persönliches Ansprechen einer Person im Plenum gleich einen Angriff?
  • Warum machen sich Gruppen keine Gedanken über Konfliktlösung, sondern tun meist so als ob es keine Konflikte gäbe?

[Bearbeiten] Fehlende Kritikbereitschaft in Gruppen

  • Woher kommt es, dass Kritik an der Gruppe meist als Angriff von aussen verstanden wird und nicht als Chance, etwas zum Positiven zu verändern? ("Nestbeschmutzung")
  • Wer Kritik übt, ist gleich in der Rolle der MiesmacherIn; warum gibt es nur Dafür und Dagegen, und keine Kritik, die beides hinterfragt?

[Bearbeiten] Wir fordern transparente Strukturen

  • Die Entscheidungsverfahren müssen für alle Beteiligten klar sein; Entscheidungen, zu denen sich nicht jede Person mindestens einmal hat äussern können, lehnen wir ab.
  • Ohne klare Ansprechpersonen wird von Dritten (oder von Leuten aus der Gruppe) meist eine Person angesprochen, die viel organisiert bzw. präsent ist, und die dadurch (sogar ohne Zutun der Gruppe) in eine Machtposition gelangt.

[Bearbeiten] Warum ist Politik langweilig oder sogar abstossend?

  • Was hat die Politik mit unserem Leben zu tun? Ist sie ein austauschbarer Teil oder mit unserer Alltagswirklichkeit unmittelbar verbunden?
  • Politik ist Inszenierung für die Öffentlichkeit; szeneintern dominieren (sub-)kulturelle Muster
  • Stimmt es, dass wir uns erst dann selbst und gegenseitig erst nehmen, wenn wir uns in den Hauptnachrichten im Fernsehen sehen?
  • Warum besteht die soziale Praxis meist nur aus Bullenstress und konventionellen Parties statt in einem anderen Leben?

[Bearbeiten] Haben wir eine Utopie?

  • Wie geht anders leben? Hast du konkrete Ideen? Hast du Ideen, oder haben Ideen dich?
  • Fehler müssen erlaubt sein. Freiheit lebt vom Versuch. Wer Experimentiert macht Fehler, wer nicht experimentiert hat schon aufgegegeben.

[Bearbeiten] Es geht auch anders

[Bearbeiten] Wir wollen anders schöner leben!

  • Entscheidend ist dafür nicht politische Propagana und Außenrepräsentation, sondern ein anderer Umgang zwischen uns, der das schönere Leben spürbar macht.
  • Es genügt nicht, das schönere Leben zu fordern; wir müssen uns selbst und gegenseitig ändern, um nicht dieselben Wahrnehmungs, Denk- und Verhaltensmuster zu reproduzieren, die es heute im Mainstream und seinen symbolisch abgegrenzten Subkulturen gibt.
  • Wir glauben, dass wir uns gemeinsam von gewohnten Mustern (Szenecodes, Geschlechterrollen, Cool-Sein, Kommunikationsschwierigkeiten, ...) emanzipieren können, wenn wir nicht bei Symbolen stehenbleiben, sondern wirklich ein anderes Leben versuchen.

[Bearbeiten] Ein paar Ideen, wie es anders geht

  • In der politischen Arbeit Neues ausprobieren:
    • Grenzen der Vermittelbarkeit von politischen Inhalten realistisch sehen
    • andere Aktionsformen ausprobieren
    • Fokussierung auf die anonyme Öffentlichkeit abbauen
    • Repräsentationslogik vermeiden
  • In der Szene:
    • kreative Code-Entwertung durch Benutzung neuer Codes
    • Clownaktionen, um der Szene einen Spiegel zu bieten
    • Inter-Gruppen-Treffen: Wechselseitige Besuche
    • Offenheit signalisieren
  • In Gruppen anders miteinander umgehen - Coming_Together:
    • andere Kommunikationsformen ausprobieren und abwechseln
    • Reflexionsrunde am Ende eines Treffens
    • Befindlichkeitsrunde am Anfang eines Treffens; Bedürfnisartikulation
    • Bereitschaft zu Experimenten
  • Andere Gruppenkonstitution: Sympathiegruppen statt Zweckgruppen
  • Freiräume schaffen (in Gruppen oder sogar Teilen der Szene)
    • Es ist erlaubt, aus der Reihe zu tanzen
    • Es ist erlaubt, zu sagen, dass ich etwas nicht kenne/weiss.
    • Es ist erlaubt, Schwäche zu zeigen.
    • Es ist erlaubt, Bedürfnisse zu artikulieren.
    • Es ist erlaubt, Leute persönlich anzusprechen.

Die Liste ist nur ein Anfang. Schreib deine Ideen dazu!

[Bearbeiten] Mitmachen

[Bearbeiten] Wir wollen dich

  • Wenn du bis hierher gelesen hast und dich für die Themen interessierst, wäre es schön, wenn du mit uns Kontakt aufnehmen würdest
  • Wir treffen uns 1 mal im Monat in Wien und würden dich gern kennenlernen
  • Wir haben zwar nicht viel zu entscheiden, tun das aber im Konsens (mit Vetorecht)
  • Wenn spätestens nach deiner 3. Teilnahme an einem Treffen keine Person ein Veto eingelegt hat, gehörst du zur Gruppe (und hast auch du ein Vetorecht)
  • Wir wollen nicht eine möglichst grosse Gruppe werden; wir freuen uns, wenn du selbst ein Gruppe gründest
  • Das Wichtigste und Schwierigste ist aber, die Inhalte in andere Gruppen hineinzutragen; dabei möchten wir dich unterstützen

[Bearbeiten] Was wir tun

  • Wir reflektieren unsere eigenen Gruppenerfahrungen
  • Wir unterstützen Menschen, die in ihren Gruppen eine Veränderung anstossen wollen.
  • Wir überlegen uns, wie die Motivation für gegenseitige Unterstützung generell entstehen und wachsen kann.
  • Wir versuchen (hauptsächlich im persönlichen Gespräch) die Szene zu sensibilisieren für einen Umgang miteinander, der von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Wir wollen es vermeiden, provozieren zu müssen, um in der Szene Aufmerksamkeit zu finden.
  • Evtl. bieten wir auch Hilfe für Gruppen an, die an einem toten Punkt angelangt sind und sich Hilfe von aussen wünschen.


Es geht anders, wenn wir es gemeinsam wollen! Die Veränderung unserer sozialen Wirklichkeit beginnt mit uns!

[Bearbeiten] siehe Diskussion

--> Diskussion


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